Puten Gulasch

8. Oktober 2018

Ich komme gerade aus Ungarn zurück. Mein Enkel studiert in Pécs Medizin und das habe ich zum Anlass genommen, das wunderschöne Land noch einmal zu besuchen. Übrigens - dem Paprika heftig auf der Spur. Natürlich nur, um für euch heute mein Putengulasch zu kochen.

Ganz naiv bin ich früher davon ausgegangen, Gulasch würde entweder aus Rind oder Schwein gekocht. Falsch gedacht, man kann Huhn, Pute, Lamm - alles nehmen. Oder Gemüse- oder einfach schlicht Kartoffeln. Aber die Grundrezeptur sollte immer gleich bleiben. Reichlich Zwiebeln, Tomaten, eventuell etwas Tomatenmark, Paprika, Chili, Knoblauch, das gewürfelte Fleisch, Kartoffeln oder buntes Gemüse. Dazu süßes und scharfes Paprikapulver, nicht zu knapp Kümmel und ich nehme immer gerne noch geräuchertes Paprikapulver. Salz und vielleicht ein kleines Löffelchen Zucker ist selbstredend. Frischer Majoran und Thymian passen gut dazu und zum Schluss einige Lauchzwiebeln als Farbtupfer.

Die Flüssigkeit besteht aus Rotwein - und zwar den, den ihr auch am Tisch serviert. Die Kochzeit richtet sich nach dem Fleisch, das ihr gewählt habt. Ich habe Pute gewählt, da das Fleisch sehr schnell gegart ist. Rind dauert zum Beispiel Stunden. Und jeder Ungar weiß, Gulasch, ursprünglich ein einfaches Hirtengericht, schmeckt am besten, wenn es ein-zwei Tage vorher gekocht wurde.

Jetzt eine kleine Geschichte zum Schmunzeln. Es gab einmal einen Kochwettbewerb in Ungarn - wer kocht das beste Gulasch? Viele Köche reisten an. Unter anderem auch ein hochdekorierter „moderner“ Sternekoch aus Deutschland - und zwar siegesgewiss!!!! Denkste. Er hatte das Grundrezept so „modernisiert“, daß er haushoch verlor. Wer gewann? Ein schlichter ungarischer Koch, der das Gulasch ganz altmodisch traditionell kochte. Da musste ich schmunzeln. Also - Grundrezept nicht verändern. Und bitte die für Ungarn unerläßliche saure Sahne als Tupfer oben drauf nicht vergessen.

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