Wirsing mit Chili

Monika Fuchs Monika Fuchs • 9. November 2018
[ Beilage  Vegetarisch  ]

Wirsing ist von allen Kohlsorten inhaltlich der reichhaltigste. Nur 100 Gramm decken schon die Tagesdosis an Vitamin C. Außerdem gibt es ihn als zarten Frühlingskohl und dann gemeinsam mit Rot- und Weißkohl den ganzen Winter hindurch. Man kann ihn dünsten, braten, frittieren und roh zum Salat hinzufügen. Dann allerdings kurz vorher mit etwas Salz bestreuen und ein wenig kneten. Er ist zu jeder Jahreszeit kostengünstig und leicht zu finden. Und doch - gelten, nein, galten ihm in der Vergangenheit nicht meine kulinarischen Fantasien. Er erschien mir immer zu kohlig, zu sehr verkocht, zu uninteressant. Bis ich mich selber rügte und dachte, wenn du ihn nicht magst, koche ihn doch einfach mal anders. So entstand mein Wirsing mit Ingwer und Chili. Mit ganz viel Sahne, Zwiebeln und Knoblauch. Und als Krönung auch noch Orangensaft. Meine Großmutter hätte mich aus der Küche gejagt.

Ich gebe mir sehr viel Mühe mit jedem Blatt, das ich sozusagen einzeln vom Kohlkopf pelle. Dann entferne ich den Strunk in der Mitte und viertel jedes Blatt. Ich mag diese „größeren“ Blätter. Und während der Kohl kurz in Salzwasser mit einer winzigen Prise Natron (zum Erhalten der Farbe) blanchiert wird, köchelt schon mein Sahnesößchen zum Reduzieren. Zwiebeln, Ingwer, Knoblauch, roter Chili, ein Schuss Rindsbrühe (oder Gemüsebrühe), Orangensaft und viel, viel 32 prozentige Schlagsahne vermischen sich zu einer sämigen Sauce. Jetzt muss nur noch der „knackig“ blanchierte Wirsing untergehoben werden - und eine wahre Geschmacksexplosion passiert im Mund. Anders? Ja. Fremd? Ja. Aber absolut einen Versuch wert. Jetzt mag, nein, liebe ich meinen Wirsing.

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